Dofollow
Dofollow ist der Standardzustand eines Links. Ohne einschränkendes Attribut überträgt ein Link volle Linkstärke an die Zielseite. Kein offizielles HTML-Attribut.
Dofollow bezeichnet den Standardzustand eines Hyperlinks, bei dem Suchmaschinen dem Link folgen und Linkstärke (PageRank) an die Zielseite übertragen. Der Begriff ist kein offizielles HTML-Attribut. Es existiert kein rel="dofollow" in der HTML-Spezifikation. Dofollow ist eine SEO-Branchenbezeichnung, die sich als Gegenstück zu rel=“nofollow” etabliert hat. Jeder Link, der ohne die Attribute nofollow, sponsored oder ugc gesetzt wird, ist automatisch ein Dofollow-Link. Für die Suchmaschinenoptimierung sind Dofollow-Links die zentrale Währung im Linkaufbau: Sie übertragen Autorität, stärken die Vertrauenswürdigkeit einer Domain und beeinflussen direkt die Ranking-Position in den Suchergebnissen.
Was ist ein Dofollow-Link?
Ein Dofollow-Link ist ein gewöhnlicher HTML-Link ohne einschränkendes rel-Attribut. Wenn ein Webmaster einen Link setzt, ohne ihn explizit als nofollow, sponsored oder ugc zu kennzeichnen, signalisiert er Suchmaschinen damit: Ich empfehle diese Seite und bin bereit, einen Teil meiner Linkautorität an sie weiterzugeben.
<!-- Dofollow: Standardzustand, kein besonderes Attribut nötig -->
<a href="https://example.com">Empfohlene Ressource</a>
<!-- Nofollow: Einschränkung muss explizit gesetzt werden -->
<a href="https://example.com" rel="nofollow">Nicht empfohlener Link</a>
Google behandelt Dofollow-Links als redaktionelle Empfehlung. Im Kontext des PageRank-Algorithmus fliesst die Linkstärke einer Seite über Dofollow-Links an die verlinkte Zielseite weiter. Je mehr hochwertige Dofollow-Links auf eine Seite zeigen, desto stärker wird ihre Autorität in den Augen der Suchmaschine.
Wie überträgt ein Dofollow-Link PageRank?
Der PageRank-Algorithmus verteilt die Autorität einer Seite gleichmässig auf alle ausgehenden Dofollow-Links. Eine Seite mit 10 PageRank-Punkten und 5 ausgehenden Dofollow-Links überträgt je 2 Punkte pro Link. Bei 50 ausgehenden Links sinkt der Anteil auf 0,2 Punkte pro Link.
Drei Faktoren bestimmen, wie viel Linkstärke ein einzelner Dofollow-Link tatsächlich überträgt:
- Autorität der Quellseite: Ein Dofollow-Link von einer Domain mit hoher Domain Authority überträgt mehr Linkstärke als ein Link von einer schwachen Domain. Ein redaktioneller Link von einem grossen Fachmagazin wiegt schwerer als Hunderte Links von unbekannten Blogs.
- Anzahl ausgehender Links: Je mehr Dofollow-Links eine Seite enthält, desto weniger Linkstärke erhält jeder einzelne Link. Seiten mit über 100 ausgehenden Links verteilen die Autorität stark, weshalb ein Link von einer Seite mit wenigen externen Verweisen wertvoller ist.
- Thematische Relevanz: Ein Dofollow-Link von einer thematisch verwandten Seite überträgt stärkere Ranking-Signale als ein Link ohne inhaltlichen Zusammenhang. Google bewertet die semantische Nähe zwischen Quell- und Zielseite als Qualitätssignal.
Welche Rolle spielen Dofollow-Links im Linkaufbau?
Dofollow-Backlinks sind das primäre Ziel jeder OffPage-Strategie. Sie unterscheiden sich von Nofollow-Links in einem entscheidenden Punkt: Sie übertragen aktiv Linkstärke und beeinflussen Rankings direkt.
Fünf Quellen liefern die wertvollsten Dofollow-Links:
- Redaktionelle Erwähnungen in Fachmedien: Wenn ein Branchenmagazin einen Artikel über dein Unternehmen oder dein Produkt veröffentlicht und dabei einen Dofollow-Link setzt, ist das die stärkste Form der externen Empfehlung.
- Gastbeiträge auf themenrelevanten Plattformen: Fachartikel auf Portalen mit hoher Domain Authority generieren Dofollow-Links und positionieren gleichzeitig die eigene Expertise.
- Branchenverzeichnisse und Fachportale: Einträge in kuratierten, redaktionell geprüften Verzeichnissen liefern themenrelevante Dofollow-Links.
- Verlinkungen durch Daten und Studien: Eigene Analysen, Benchmarks oder Umfragen werden von anderen Websites als Quelle zitiert und generieren natürliche Dofollow-Links.
- Kooperationen und Partnerschaften: Gemeinsame Projekte, Sponsoring oder Mitgliedschaften in Branchenverbänden führen zu Dofollow-Verlinkungen auf Partner- und Verbandsseiten.
Bezahlte Links müssen gemäss Googles Richtlinien mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet werden. Wer bezahlte Links als Dofollow setzt, riskiert manuelle Massnahmen durch Googles Webspam-Team.
Wie sieht ein natürliches Dofollow-Verhältnis aus?
Ein gesundes Backlink-Profil enthält einen Mix aus Dofollow- und Nofollow-Links. Branchendaten zeigen, dass hochautoritative Websites typischerweise zwischen 60 und 90 Prozent Dofollow-Links aufweisen.
Zwei Extremwerte sind Warnsignale, die SEO-Tools wie Semrush und Ahrefs als Risikoindikatoren flaggen:
- Nahezu 100 Prozent Dofollow: Deutet auf manipulativen Linkaufbau hin. In einem natürlichen Web-Umfeld erhält jede Website auch Nofollow-Links, etwa aus Social-Media-Plattformen, Wikipedia, Foren oder Kommentarbereichen.
- Unter 50 Prozent Dofollow: Signalisiert, dass die Domain kaum redaktionelle Empfehlungen von anderen Websites erhält. Die meisten eingehenden Links stammen aus nutzergenerierten oder automatisch generierten Quellen.
Die Link-Metriken von Majestic basieren ausschliesslich auf Dofollow-Verbindungen. Trust Flow und Citation Flow schliessen Nofollow-Links aus der Berechnung aus. Ahrefs gewichtet Dofollow-Links in der Berechnung des URL Ratings (UR) und Domain Ratings (DR) ebenfalls stärker.
Wie prüft man den Dofollow-Status eines Links?
Da Dofollow kein HTML-Attribut ist, lässt sich der Status nur indirekt prüfen: Ein Link ist Dofollow, wenn er kein einschränkendes rel-Attribut (nofollow, sponsored, ugc) trägt. Vier Methoden helfen bei der Überprüfung:
- Browser-Entwicklertools: Rechtsklick auf den Link, “Untersuchen” wählen. Wenn das
<a>-Tag keinrel="nofollow",rel="sponsored"oderrel="ugc"enthält, ist der Link Dofollow. - Browser-Erweiterungen: Extensions wie “NoFollow” oder “DoFollow NoFollow Links Highlighter” markieren den Status aller Links visuell auf der Seite. Dofollow-Links werden in einer Farbe, Nofollow-Links in einer anderen hervorgehoben.
- SEO-Crawling-Tools: Screaming Frog, Sitebulb und Ahrefs Site Audit identifizieren den Link-Status aller ein- und ausgehenden Verlinkungen systematisch.
- Backlink-Analyse: Die Backlink-Reports von Ahrefs, Semrush und Moz zeigen für jeden eingehenden Link, ob er als Dofollow oder Nofollow klassifiziert ist.
Sollen interne Links immer Dofollow sein?
Ja, mit wenigen Ausnahmen. Interne Links sollten grundsätzlich als Dofollow gesetzt werden, damit PageRank frei durch die Website fliesst. Matt Cutts (ehemals Google Webspam-Team) empfahl bereits 2009 auf der SMX Advanced, interne Links nicht auf Nofollow zu setzen, sondern den PageRank natürlich durch die Seitenarchitektur fliessen zu lassen.
Die Praxis des “PageRank-Sculpting”, also das gezielte Setzen interner Nofollow-Links, um PageRank auf wichtige Seiten zu konzentrieren, ist seit 2009 wirkungslos. Google verteilt den PageRank auf alle ausgehenden Links einer Seite, unabhängig vom Nofollow-Status. Die Anteile, die auf Nofollow-Links entfallen, werden nicht auf die Dofollow-Links umverteilt, sondern gehen verloren.
Drei Ausnahmen, bei denen interne Nofollow-Links sinnvoll sein können:
- Login- und Registrierungsseiten: Kein Mehrwert für die Indexierung, Crawling-Ressourcen werden gespart.
- Interne Suchergebnisseiten: Generieren potenziell unbegrenzt viele URLs ohne eigenständigen Inhalt.
- Warenkorb- und Checkout-Seiten: Individuelle, nicht indexierungswürdige Nutzerpfade.
Häufig gestellte Fragen zu Dofollow
Gibt es ein HTML-Attribut rel=“dofollow”?
Nein. “Dofollow” ist kein offizieller HTML-Standard. Der Begriff ist eine SEO-Branchenbezeichnung für den Standardzustand eines Links ohne einschränkende Attribute. Ein Link ist automatisch Dofollow, wenn er kein rel=“nofollow”, rel=“sponsored” oder rel=“ugc” enthält.
Ist jeder Link ohne rel-Attribut ein Dofollow-Link?
Ja. Jeder Link, der kein nofollow, sponsored oder ugc im rel-Attribut trägt, wird von Google als Dofollow behandelt. Andere rel-Werte wie rel=“external” oder rel=“noreferrer” haben keinen Einfluss auf die PageRank-Übertragung.
Wie viele Dofollow-Links braucht eine Seite zum Ranken?
Es gibt keine feste Zahl. Die Anzahl hängt von der Wettbewerbsintensität des Keywords, der Qualität der verlinkenden Domains und der thematischen Relevanz ab. In wenig umkämpften Nischen können 5 bis 10 hochwertige Dofollow-Links ausreichen. Bei wettbewerbsintensiven Keywords in den Bereichen Finanzen, Versicherungen oder Recht sind deutlich mehr erforderlich.
Kann ein Dofollow-Link schaden?
Ja. Dofollow-Links von Spam-Websites, Linknetzwerken oder thematisch völlig irrelevanten Quellen können das Linkprofil negativ beeinflussen. Google bewertet nicht nur die Anzahl, sondern vor allem die Qualität und den Kontext der eingehenden Dofollow-Links. Das Google Disavow-Tool ermöglicht die Entwertung schädlicher Links.
Zählen Social-Media-Links als Dofollow?
Nein. Die grossen Social-Media-Plattformen (Facebook, X/Twitter, Instagram, LinkedIn, YouTube) setzen automatisch Nofollow auf alle nutzergenerierten Links. Social-Media-Links übertragen in der Regel keinen PageRank, generieren aber Referral-Traffic und Markenbekanntheit.
Wie unterscheidet sich Dofollow von Sponsored und UGC?
Dofollow ist der Standardzustand ohne Attribut und überträgt volle Linkstärke. Sponsored (rel="sponsored") kennzeichnet bezahlte Links und überträgt in der Regel keine Linkstärke. UGC (rel="ugc") markiert nutzergenerierte Links und überträgt ebenfalls in der Regel keine Linkstärke. Alle drei einschränkenden Attribute (nofollow, sponsored, ugc) werden von Google seit 2019 als Hinweise behandelt.
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