Keywords
Keywords sind die Suchbegriffe, die Nutzer bei Google eingeben. Arten, Suchintention, Recherche und Platzierung von Keywords erklärt.
Keywords sind die Suchbegriffe, die Nutzer in Suchmaschinen wie Google eingeben, um Informationen, Produkte oder Dienstleistungen zu finden. Aus Sicht einer Website sind dieselben Suchphrasen die Zielbegriffe, auf die Inhalte ausgerichtet werden, damit Google das Thema einer Seite erkennt. Keywords verbinden so die Suchnachfrage der Nutzer mit dem passenden Content und bilden die Grundlage für Suchintention, Suchvolumen und Ranking. Rund 15 Prozent aller Suchanfragen, die Google täglich verarbeitet, hat die Suchmaschine zuvor noch nie gesehen.
Was sind Keywords?
Keywords sind Wörter oder Wortkombinationen, die Nutzer in eine Suchmaschine eingeben, und zugleich die Begriffe, auf die eine Website ihre Inhalte ausrichtet. Ein Keyword ist dabei nicht auf ein einzelnes Wort beschränkt, sondern reicht von einem einzelnen Begriff bis zu einer ganzen Suchphrase.
Die Phrase “rote Laufschuhe Damen Größe 39” ist genauso ein Keyword wie das Einzelwort “Schuhe”. Der Unterschied liegt in Spezifität, Suchvolumen und Wettbewerb. Je genauer ein Keyword formuliert ist, desto kleiner ist die Zielgruppe, desto klarer aber auch ihre Absicht.
Zu trennen sind Keyword und Suchanfrage. Das Keyword ist der strategische Zielbegriff, auf den eine Seite optimiert wird. Die Suchanfrage ist die konkrete Eingabe eines Nutzers. Die Eingabe “günstige laufschuhe für frauen” lässt sich dem Ziel-Keyword “Laufschuhe Damen” zuordnen, ist aber nicht damit identisch.
Welche Rolle Keywords für die Sichtbarkeit spielen, zeigt sich erst im Zusammenspiel mit der Suchmaschine.
Warum sind Keywords für SEO wichtig?
Keywords sind das Bindeglied zwischen Suchnachfrage und Website. Sie signalisieren der Suchmaschine, zu welchen Themen eine Seite Antworten liefert, und bestimmen, für welche Suchanfragen sie überhaupt erscheinen kann. Ohne die passenden Begriffe bleibt selbst hochwertiger Content in den Suchergebnissen unsichtbar.
Die Auswahl der Keywords steuert direkt den geschäftlichen Wert des Traffics. Ein Begriff mit hoher Kaufabsicht bringt weniger Besucher, aber mehr Kunden als ein vager Oberbegriff mit großem Volumen. Eine durchdachte Keyword-Strategie ist damit Fundament jeder professionellen Suchmaschinenoptimierung, nicht ein nachträglicher Schritt.
Wichtig ist die richtige Erwartung: Google bewertet längst nicht mehr die bloße Übereinstimmung von Wörtern, sondern die Bedeutung dahinter. Keywords bleiben der Ausgangspunkt der Optimierung, sind aber kein Schalter, den man einfach umlegt.
So zentral Keywords sind, sie bilden keine einheitliche Gruppe, sondern lassen sich nach mehreren Kriterien einteilen.
Welche Arten von Keywords gibt es?
Keywords lassen sich nach drei Kriterien einordnen: nach Länge (Short-, Mid- und Long-Tail), nach der dahinterliegenden Suchintention und nach ihrer Funktion wie Marken- oder Money-Keywords. Jede Einteilung beantwortet eine andere strategische Frage und bestimmt, welcher Inhalt zum Keyword passt.
Was unterscheidet Short-Tail, Mid-Tail und Long-Tail Keywords?
Short-Tail-, Mid-Tail- und Long-Tail-Keywords unterscheiden sich in Länge, Suchvolumen und Genauigkeit der Absicht. Short-Tail-Keywords bestehen aus ein bis zwei Wörtern mit hohem Volumen und hohem Wettbewerb, Long-Tail-Keywords aus mehreren Wörtern mit geringerem Volumen, aber klarer Absicht. Mid-Tail liegt dazwischen.
Die Einteilung folgt einer Konvention, keiner festen Wortgrenze. Drei Stufen haben sich etabliert, deren Übergänge fließend bleiben:
- Short-Tail (Head): Ein bis zwei Wörter wie “Schuhe”. Sehr hohes Suchvolumen, sehr hoher Wettbewerb, diffuse Absicht und niedrige Conversion-Rate.
- Mid-Tail: Zwei bis drei Wörter wie “Laufschuhe Damen”. Mittleres Volumen, präzisere Absicht, realistischer für jüngere Domains.
- Long-Tail: Mehrteilige, spezifische Suchphrasen wie “rote Laufschuhe Damen Größe 39”. Geringes Volumen, geringer Wettbewerb, hohe Conversion-Rate.
Über 90 Prozent aller unterschiedlichen Suchbegriffe sind Long-Tail. Eine Backlinko-Analyse von 306 Millionen Keywords ergab einen Anteil von 91,8 Prozent. Die wenigen Head-Terms ziehen allerdings den Großteil des gesamten Suchvolumens auf sich, weshalb sich beide Enden des Spektrums ergänzen.
Welche Keyword-Typen ergeben sich aus der Suchintention?
Aus der Suchintention ergeben sich vier Keyword-Typen: informational, navigational, kommerziell und transaktional. Sie beschreiben, ob ein Nutzer etwas wissen, eine bestimmte Seite ansteuern, vor einem Kauf vergleichen oder direkt handeln will. Die Absicht hinter einer Suchanfrage entscheidet über den passenden Inhaltstyp.
Vier Intentionstypen deckt das heutige Standardmodell ab, von der reinen Wissenssuche bis zur konkreten Kaufabsicht:
- Informational: Der Nutzer will etwas wissen. Typisch sind W-Fragen, “Anleitung” oder “Definition”. Passend sind Ratgeber und Glossareinträge.
- Navigational: Der Nutzer sucht eine bestimmte Seite oder Marke, etwa “Sparkasse Online Banking”.
- Kommerziell: Der Nutzer vergleicht vor einer Entscheidung. Signalwörter sind “Test”, “Vergleich” oder “Erfahrungen”.
- Transaktional: Der Nutzer will handeln. Signalwörter sind “kaufen”, “bestellen” oder “buchen”.
Was sind Money-, Brand- und Compound-Keywords?
Nach ihrer Funktion unterscheidet man unter anderem Money-, Brand- und Compound-Keywords. Money-Keywords besitzen direktes Umsatzpotenzial, Brand-Keywords enthalten einen Markennamen, und Compound-Keywords kombinieren mehrere Begriffe zu einer thematischen Phrase.
- Money-Keywords: Begriffe mit klarer Umsatzabsicht wie “SEO Agentur beauftragen”. Hoher Wettbewerb, hoher Wert.
- Brand-Keywords: Suchbegriffe mit Markenbezug wie “Nike Laufschuhe”. Der Markeninhaber rankt fast immer vorn.
- Compound-Keywords: Wortkombinationen, die ein Thema eingrenzen, etwa “Laufschuhe Test Damen”.
- Other-Keywords: Allgemeine Begriffe ohne direkten Marken- oder Kaufbezug.
Welcher Keyword-Typ sich lohnt, zeigt sich erst, wenn die passenden Begriffe systematisch recherchiert sind.
Wie findet man die richtigen Keywords?
Die Keyword-Recherche folgt einem festen Ablauf: Seed-Begriffe sammeln, mit Tools erweitern, Suchvolumen und Wettbewerb prüfen, die Suchintention über die Suchergebnisse bestimmen, Begriffe zu Themen clustern und nach Geschäftsrelevanz priorisieren. Geraten wird dabei nichts, entschieden wird datenbasiert.
- Seed-Keywords sammeln: Eine Startliste aus 10 bis 30 Oberbegriffen, die das eigene Angebot beschreiben.
- Keyword-Expansion: Tools erweitern die Seeds zu hunderten verwandten Begriffen und Fragen.
- Volumen und Wettbewerb prüfen: Jedes Keyword wird nach monatlichem Suchvolumen, Keyword Difficulty und Klickpreis in der bezahlten Suche bewertet.
- Suchintention bestimmen: Für jeden Begriff zeigt erst die Analyse der Suchergebnisseite, ob Google Ratgeber, Produktseiten oder Vergleiche ausspielt.
- Keywords clustern: Begriffe mit gleicher Absicht werden zu Themengruppen zusammengefasst, aus denen einzelne Seiten entstehen.
- Priorisieren: Die Liste wird nach Geschäftsrelevanz, Traffic-Potenzial und Ranking-Wahrscheinlichkeit sortiert.
Welche Keyword-Tools eignen sich für die Recherche?
Für die Keyword-Recherche kombinieren SEOs meist mehrere Tools, weil jedes andere Datenquellen nutzt. Der Google Keyword Planner liefert die Datenbasis von Google selbst, Ahrefs und Semrush ergänzen Wettbewerbsdaten, und die Google Search Console zeigt die real erzielten Suchanfragen einer Website.
| Tool | Datenquelle | Stärke | Kosten |
|---|---|---|---|
| Google Keyword Planner | Google Ads | Volumen-Spannen, CPC-Daten | Kostenlos (mit Ads-Konto) |
| Ahrefs | Eigener Clickstream | Difficulty-Score, Content Gap | Kostenpflichtig |
| Semrush | Eigener Clickstream | Keyword Magic Tool, Tracking | Kostenpflichtig |
| Sistrix | Eigener Crawler | Sichtbarkeitsindex, DACH-Fokus | Kostenpflichtig |
| Google Search Console | Google-Daten | Reale Impressionen und Klicks | Kostenlos |
| Google Trends | Google-Daten | Saisonalität, Regionen | Kostenlos |
Eine Einschränkung gilt für den Google Keyword Planner: Ohne aktive Anzeigenkampagne zeigt er nur grobe Spannen wie “1.000 bis 10.000”, keine exakten Werte. Drittanbieter wie Ahrefs oder Semrush schätzen das Volumen über Clickstream-Daten, weshalb ihre Zahlen voneinander abweichen.
Besondere Beachtung verdient die Google Search Console. Sie zeigt Begriffe, für die eine Seite bereits Impressionen erhält, aber noch nicht in den Top 10 steht. Diese Keywords auf den Positionen 5 bis 20 bieten das höchste Quick-Win-Potenzial.
Sind die richtigen Keywords gefunden, entscheidet ihre Platzierung über die Wirkung.
Wo platziert man Keywords auf einer Seite?
Das wichtigste Keyword einer Seite gehört an die prominentesten Stellen: in den Title, die H1, die URL, die ersten 100 Wörter und mindestens eine Zwischenüberschrift. Entscheidend ist eine natürliche Einbindung, nicht eine möglichst hohe Wiederholungszahl. Die Platzierung ist Teil jeder strukturierten OnPage-Arbeit.
Sieben Platzierungen wirken am stärksten, weil Suchmaschinen und Nutzer ihnen besonderes Gewicht geben:
- Title-Tag: Das wichtigste einzelne Signal, möglichst weit vorn.
- H1-Überschrift: Die sichtbare Hauptüberschrift der Seite.
- URL: Kurze, sprechende Adresse mit dem Hauptbegriff.
- Erste 100 Wörter: Frühe Nennung verankert das Thema.
- Zwischenüberschriften: H2 und H3 nehmen Varianten und Nebenbegriffe auf.
- Alt-Texte: Bildbeschreibungen mit thematischem Bezug.
- Meta Description: Kein Ranking-Faktor, steigert aber die Klickrate.
Wie oft sollte ein Keyword im Text vorkommen?
Es gibt keine optimale Keyword-Dichte und keinen Zielprozentsatz. Google bestätigt, dass die reine Häufigkeit eines Begriffs kein Ranking-Faktor ist. Maßgeblich ist natürliche Sprache, eine erzwungene Wiederholung kann als Keyword-Stuffing gewertet werden und verstößt gegen die Spam-Richtlinien.
Der oft genannte Idealwert von ein bis drei Prozent ist ein veralteter Mythos. Statt zu zählen, wie häufig ein Begriff im Verhältnis zum Gesamttext auftaucht, zählt thematische Vollständigkeit: verwandte Begriffe, Synonyme und Unterthemen statt stumpfer Wiederholung.
Wie viele Keywords gehören auf eine Seite?
Eine Seite wird auf ein primäres Keyword und einige eng verwandte Nebenbegriffe ausgerichtet, nicht auf eine lange Liste unzusammenhängender Begriffe. Mehrere grundverschiedene Hauptkeywords auf einer Seite führen zu unscharfem Fokus.
Gut rankende Seiten erscheinen ohnehin für hunderte verwandte Suchanfragen. Das gelingt durch vollständige Themenabdeckung, nicht durch gezielte Optimierung auf jedes einzelne Wort.
Nutzt Google das Meta-Keywords-Tag?
Nein. Google verwendet das Meta-Keywords-Tag seit 2009 offiziell nicht mehr als Ranking-Faktor, wie Matt Cutts im Google-Webmaster-Blog bestätigte. Das Befüllen des Tags mit Keywords hat keinen Effekt auf das Ranking und verrät Wettbewerbern höchstens die eigene Strategie.
Wie wichtig die exakte Schreibweise eines Keywords überhaupt noch ist, hat sich mit der semantischen Suche grundlegend verschoben.
Sind exakte Keywords heute noch nötig?
Nein, eine wortgenaue Übereinstimmung ist nicht mehr nötig. Google versteht seit den Updates Hummingbird (2013), RankBrain (2015) und BERT (2019) Synonyme, Kontext und Entitäten. Entscheidend ist, ein Thema vollständig und verständlich abzudecken, statt ein Keyword wortwörtlich zu wiederholen.
Sogenannte LSI-Keywords sind dabei ein verbreiteter Mythos. Google nutzt kein Latent Semantic Indexing. Sinnvoll ist trotzdem, verwandte Begriffe und Unterthemen aufzugreifen, weil sie thematische Tiefe und Signale für Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit transportieren.
Die Optimierung verschiebt sich damit von einzelnen Keywords hin zu vollständigen Themen und thematischen Clustern. Mit AI Overviews und Antwortmaschinen wie ChatGPT verstärkt sich dieser Trend, weil natürliche, ausformulierte Anfragen zunehmen. Eine moderne Keyword-Strategie denkt die Optimierung für KI-Suchsysteme deshalb von Anfang an mit.
Auch bei perfekter Keyword-Wahl entsteht ein verbreitetes Problem, wenn mehrere eigene Seiten denselben Begriff anvisieren.
Was ist Keyword-Kannibalisierung?
Keyword-Kannibalisierung entsteht, wenn mehrere Seiten derselben Website auf dasselbe Keyword optimiert sind und in den Suchergebnissen gegeneinander konkurrieren. Die Suchmaschine kann die relevanteste Seite nicht eindeutig bestimmen, wodurch sich die Ranking-Kraft auf mehrere URLs verteilt.
Drei Ursachen führen am häufigsten zu konkurrierenden Seiten:
- Mehrere Blogartikel zu überlappenden Themen ohne klare Abgrenzung.
- Kategorie- und Produktseiten, die auf identische Begriffe ausgerichtet sind.
- Alte Inhalte, die nie zusammengeführt oder entfernt wurden.
Die Lösung verläuft in drei Schritten. Zuerst prüft die Google Search Console, ob mehrere URLs für dasselbe Keyword Impressionen sammeln. Dann wird die stärkste Seite als Haupt-URL festgelegt und per Canonical-Tag oder Weiterleitung konsolidiert. Zuletzt werden verbleibende Seiten inhaltlich klar voneinander abgegrenzt oder zusammengeführt, sodass jede URL genau einen primären Begriff bedient.
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