Google My Activity
Google My Activity ist das Datenschutz-Dashboard im Google-Konto. Daten ansehen, Aktivitäten löschen und Auto-Delete in 3, 18 oder 36 Monaten.
Google My Activity (myactivity.google.com) ist das zentrale Datenschutz-Dashboard im Google-Konto. Es bündelt Aktivitätsdaten aus Google-Diensten an einem Ort und zeigt, was Google über die Konto-Nutzung speichert. Eingeführt am 28. Juni 2016 als Nachfolger der Web History, deckt das Tool heute Suchanfragen, YouTube-Verlauf, Android-Nutzung, Sprachaufnahmen und Gemini-Konversationen ab. Für DSGVO-Auskunftsrechte und SEO-Personalisierung ist My Activity der wichtigste Kontrollpunkt im Google-Ökosystem.
Was ist My Activity bei Google?
Google My Activity ist ein webbasiertes Konto-Dashboard, das alle gespeicherten Aktivitäten aus Google-Diensten anzeigt und steuerbar macht. Nutzer sehen jeden gespeicherten Vorgang chronologisch, filtern ihn nach Produkt oder Stichwort und löschen ihn einzeln, gebündelt oder vollständig.
Das Tool ist seit 2016 Bestandteil jedes Google-Kontos und kostenfrei. Eine separate Anmeldung über die normale Konto-Authentifizierung hinaus ist nicht nötig, optional schaltet eine erneute Passwort-Abfrage einen zusätzlichen Schutzschritt frei. My Activity erfüllt für Google die Pflicht aus Artikel 15 DSGVO (Auskunftsrecht) und Artikel 17 DSGVO (Recht auf Löschung) und ist damit das primäre Werkzeug für betroffene Personen in der EU.
Welche Aktivitäten speichert Google in My Activity?
My Activity bündelt drei Datenkategorien, die über die Aktivitätssteuerung einzeln pausierbar sind. Web- und App-Aktivität, YouTube-Verlauf (Wiedergabe und Suche, seit 2019 zusammengefasst) und Gemini Apps Activity bilden den aktuellen Kern. Sprachaufnahmen werden seit 2020 nur noch bei explizitem Opt-in gespeichert.
Folgende Datenarten landen typischerweise in My Activity, sofern die jeweilige Einstellung aktiv ist:
- Suchanfragen in Google Search, Maps, Lens, Play Store und im Google Assistant
- Browser-Verlauf aus dem Chrome-Browser von Google, wenn die Sync-Funktion aktiv ist
- YouTube-Wiedergabe und -Suche mit Video-Titel, Kanal und Zeitstempel
- App-Nutzung auf Android-Geräten inklusive Öffnungszeiten einzelner Apps
- Sprachbefehle als Audio-Aufnahme, ausschließlich bei aktivem Opt-in seit 2020
- Konversationen in Googles KI-Assistent als Gemini Apps Activity seit Februar 2024
Der frühere Standortverlauf liegt seit Juni 2024 nicht mehr in My Activity, sondern als Zeitachse lokal auf dem Gerät. Die bestehenden Cloud-Daten wurden bis Ende 2024 migriert oder automatisch gelöscht.
Wie rufe ich Google My Activity auf?
Der Zugriff auf My Activity erfolgt im Browser über myactivity.google.com mit Anmeldung im Google-Konto. Auf Smartphones führt der Pfad über die jeweilige System-App, eine eigene My-Activity-App existiert nicht.
| Plattform | Zugriffsweg |
|---|---|
| Web (Desktop, Mobile-Browser) | myactivity.google.com nach Google-Login |
| Android | Einstellungen, Google, Konto verwalten, Daten und Datenschutz, Meine Aktivitäten |
| iOS | Google-App, Profilbild oben rechts, Suchverlauf oder Meine Aktivitäten |
| Aus Google-Diensten | Direktlink im Profilbild-Menü von Search, YouTube oder Maps |
Wer regelmäßig auf einem geteilten Gerät arbeitet, schaltet im Bereich Verifizierung den zusätzlichen Bestätigungsschritt frei. Google verlangt dann vor jedem My-Activity-Zugriff eine erneute Passwort-Eingabe.
Wie lassen sich Aktivitäten in My Activity ansehen und löschen?
My Activity bietet vier Lösch-Granularitäten: einzelne Aktivität, Tag, benutzerdefinierter Zeitraum und gesamte Historie. Drei Filter (Datum, Produkt, Stichwort) grenzen die Auswahl vorab ein und sind miteinander kombinierbar.
Der Lösch-Workflow folgt einem festen Muster:
- Einzelner Eintrag: X-Symbol direkt am Listenelement entfernt nur diese Aktivität.
- Tagesweise: Mülltonnen-Symbol über dem Tagesblock löscht alle Aktivitäten dieses Datums.
- Zeitraum: Über “Aktivitäten löschen nach” lassen sich Heute, Letzte Stunde, Benutzerdefiniert oder Gesamte Zeit auswählen, optional gefiltert nach Produkten.
- Vollständig: Die Option Gesamte Zeit entfernt alle gespeicherten Aktivitäten der ausgewählten Kategorie.
Gelöschte Daten verschwinden sofort aus der Konto-Ansicht. Aus Googles internen Systemen werden sie laut offizieller Dokumentation innerhalb weniger Tage entfernt, anonymisierte Aggregate können in Statistiken bestehen bleiben.
Wie funktioniert das automatische Löschen?
Google bietet vier Stufen für das automatische Löschen von Aktivitäten: 3 Monate, 18 Monate, 36 Monate und Aufbewahrung bis zur manuellen Löschung. Die Einstellung wird je Datenkategorie separat gesetzt und gilt rückwirkend.
Seit dem 24. Juni 2020 ist die 18-Monats-Stufe für alle neu angelegten Konten Standard, betroffen sind Web- und App-Aktivität, YouTube-Verlauf und der damalige Standortverlauf. Konten, die vor diesem Datum erstellt wurden, behalten Daten weiterhin unbegrenzt, bis der Auto-Delete aktiv geändert wird. Die 3-Monats-Option ist die kürzeste mögliche Aufbewahrung, eine Sieben-Tage- oder 24-Stunden-Stufe existiert nicht.
Auto-Delete läuft als laufender Hintergrundprozess: Sobald ein Eintrag das Alterslimit erreicht, wird er automatisch entfernt. Eine Wiederherstellung ist nicht möglich, einzelne Einträge lassen sich vor Ablauf nicht aus dem Auto-Delete ausnehmen.
Welche Datenschutz-Einstellungen bietet die Aktivitätssteuerung?
Über die Aktivitätssteuerung (myaccount.google.com/activitycontrols) lässt sich jede Datenkategorie dauerhaft pausieren. Pausiert bedeutet, dass Google ab diesem Zeitpunkt keine neuen Aktivitäten dieser Art mehr im Konto speichert, bestehende Daten bleiben jedoch bis zur manuellen Löschung erhalten.
Folgende Schutzmaßnahmen sind im My-Activity-Umfeld relevant:
- Pausieren von Web- und App-Aktivität: Stoppt das Speichern neuer Suchanfragen, App-Nutzungen und optionaler Sprachaufnahmen.
- Pausieren des YouTube-Verlaufs: Verhindert die Aufzeichnung von Wiedergabe und Suche, beeinflusst die Empfehlungslogik.
- Pausieren der Gemini Apps Activity: Bei deaktivierter Einstellung speichert Google Konversationen für maximal 72 Stunden, anschließend werden sie gelöscht.
- Zusätzlicher Bestätigungsschritt: Verlangt vor jedem My-Activity-Zugriff eine erneute Authentifizierung.
- Privacy Checkup: Geführter Workflow unter myaccount.google.com/privacycheckup, der alle Aktivitäts-Einstellungen schrittweise abfragt.
Bei aktiver Gemini Apps Activity können menschliche Reviewer ausgewählte Konversationen einsehen. Google warnt explizit davor, sensible oder personenbezogene Daten in Gemini-Chats einzugeben.
Was hat sich 2024 bis 2026 in My Activity geändert?
Drei tiefgreifende Änderungen prägen die jüngere Entwicklung von My Activity. Standortdaten haben das Tool verlassen, Gemini hat Bard ersetzt, und Google hat die Lösch-Logik für inaktive Konten verschärft.
| Änderung | Datum | Auswirkung |
|---|---|---|
| Bard wird Gemini Apps Activity | 8. Februar 2024 | Eigenständige Aktivitäts-Kategorie, Default-Aufbewahrung 18 Monate |
| Standortverlauf wird Zeitachse | Roll-out ab Juni 2024 | Daten liegen lokal auf dem Gerät, nicht mehr in My Activity |
| Cloud-Standortdaten werden gelöscht | Ende 2024 / Anfang 2025 | Migration oder vollständige Entfernung der Bestandsdaten |
| Inactive Account Policy aktiv | seit 2024 | Konten ohne Login über 24 Monate werden samt Daten gelöscht |
Die Verschiebung des Standortverlaufs reagiert auf den Druck durch Geofence-Warrants und Datenschutz-Regulierung. Mit der lokalen Speicherung gibt Google die Möglichkeit auf, Standortverläufe per Behördenanfrage herauszugeben, gleichzeitig endet der zentrale Cloud-Zugriff für die betroffenen Konten.
Warum ist Google My Activity für SEO relevant?
Für SEO-Profis steuert My Activity die Personalisierung der eigenen Google-Suche. Wer Web- und App-Aktivität dauerhaft pausiert und die bestehende Historie löscht, erhält weniger personalisierte Suchergebnisse, aber keine vollständig neutrale SERP. Standort, Sprache, Gerät und Tageszeit bleiben weiterhin Ranking-Signale.
Drei konkrete Anwendungsfälle in der täglichen SEO-Arbeit:
- Selbstchecks ohne Verzerrung: Eigene Klicks auf eigene Seiten verschieben die persönliche Wahrnehmung des Rankings nach oben. Eine geleerte My-Activity-Historie reduziert diesen Effekt.
- Ranking-Validierung: Inkognito-Modus und deaktivierte Personalisierung kombiniert ergeben eine möglichst neutrale Reihenfolge der Trefferseite. Für valide Wettbewerbsdaten bleiben dennoch externe Tools erforderlich.
- Datenkontrast zur Search Console: Während Performance-Daten der eigenen Domain in Googles Webmaster-Tool aggregierte Klicks und Impressionen aus dem gesamten Index zeigen, dokumentiert My Activity ausschließlich die persönliche Suchaktivität des angemeldeten Kontos.
Wer Rankings systematisch tracken will, kombiniert Inkognito plus Personalisierungs-Stopp mit standortgesteuerten SEO-Tools. My Activity ersetzt kein Ranking-Tracking, eliminiert aber die größte Verzerrungsquelle bei Spot-Checks der eigenen Domain. sagemedia integriert diese Trennung von persönlicher und aggregierter Datenebene fest in die Organic-Ovation-Methode.
Kostet Google My Activity etwas?
Nein. My Activity ist Bestandteil jedes Google-Kontos und vollständig kostenfrei. Voraussetzung ist ausschließlich ein aktives Google-Konto, eine Premium-Stufe existiert nicht.
Worin unterscheidet sich My Activity vom Google Dashboard?
My Activity zeigt die chronologische Historie einzelner Aktivitäten und erlaubt deren Löschung. Das Google Dashboard (google.com/dashboard) liefert dagegen aggregierte Übersichten je Produkt, etwa die Anzahl gespeicherter Fotos, Drive-Dateien oder Kalendereinträge. Beide Tools ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.
Wie exportiere ich meine My-Activity-Daten?
Über Google Takeout (takeout.google.com) lässt sich die gesamte My-Activity-Historie als JSON- oder HTML-Archiv herunterladen. Die Auswahl ist nach Produkt filterbar, der Export deckt das DSGVO-Datenportabilitätsrecht aus Artikel 20 ab.
Was passiert mit Aktivitäten im Inkognito-Modus?
Im Inkognito-Modus werden Suchanfragen nicht im Google-Konto gespeichert, sofern keine Anmeldung erfolgt. Wer trotz Inkognito eingeloggt ist, sieht die Aktivitäten weiterhin in My Activity. Reine Inkognito-Nutzung ist kein vollständiger Schutz vor Tracking durch Google-Server.
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