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Nofollow

Nofollow signalisiert Google, einem Link nicht zu folgen. Seit 2019 nur ein Hinweis. Unterschiede zu sponsored, ugc und dofollow plus Einsatz in der Praxis.

Nofollow ist ein HTML-Attribut (rel="nofollow"), das Suchmaschinen signalisiert, einem Link nicht zu folgen und keine Linkstärke an die Zielseite weiterzugeben. Google führte das Attribut am 18. Januar 2005 ein, vorgeschlagen von Matt Cutts (Googles Webspam-Team) und Jason Shellen (Blogger). Der ursprüngliche Zweck: Kommentar-Spam in Blogs bekämpfen, indem Spam-Links keinen SEO-Vorteil mehr bringen. Yahoo und Microsoft (MSN) veröffentlichten die Unterstützung gemeinsam mit Google am selben Tag. Im September 2019 veränderte Google die Funktionsweise grundlegend: Nofollow wurde von einer strikten Anweisung zu einem Hinweis (Hint) herabgestuft. Gleichzeitig führte Google zwei neue Link-Attribute ein: rel="sponsored" für bezahlte Links und rel="ugc" für nutzergenerierte Inhalte. Seit dem 1. März 2020 behandelt Google alle drei Attribute auch für Crawling und Indexierung als Hinweise.

Was bedeutet Nofollow?

Das Attribut rel="nofollow" wird einem HTML-Link hinzugefügt und teilt Suchmaschinen mit, dass der Seitenbetreiber die verlinkte Ressource nicht aktiv empfiehlt. In der ursprünglichen Implementierung von 2005 war die Anweisung verbindlich: Google ignorierte Nofollow-Links vollständig bei der Berechnung von Rankings und folgte ihnen nicht beim Crawling.

Seit September 2019 ist Nofollow ein Hinweis, den Google berücksichtigen kann, aber nicht muss. Google entscheidet eigenständig, ob ein Nofollow-Link für Ranking-Signale, Ankertext-Auswertung oder Crawling herangezogen wird. Gary Illyes (Google Search Analyst) erklärte den Grund für die Änderung: In vielen Märkten setzen Website-Betreiber standardmässig alle ausgehenden Links auf Nofollow, wodurch Google wertvolle Link-Signale verlor.

Was ist Dofollow?

Dofollow ist kein offizielles HTML-Attribut. Es existiert kein rel="dofollow" in der HTML-Spezifikation. Der Begriff ist eine SEO-Branchenbezeichnung für den Standardzustand eines Links: Jeder Link ohne einschränkendes rel-Attribut wird von Suchmaschinen automatisch verfolgt und überträgt Linkautorität an die Zielseite.

<!-- Dofollow (Standardzustand, kein Attribut nötig) -->
<a href="https://example.com">Linktext</a>

<!-- Nofollow -->
<a href="https://example.com" rel="nofollow">Linktext</a>

Der Unterschied hat direkte SEO-Relevanz: Dofollow-Links vererben PageRank und stärken die Autorität der Zielseite. Nofollow-Links tun das in der Regel nicht, können aber seit 2019 von Google als Hinweis berücksichtigt werden.

Seit September 2019 unterscheidet Google vier Zustände bei ausgehenden Links. Die beiden neuen Attribute sponsored und ugc ermöglichen eine präzisere Klassifizierung als das generische Nofollow.

AttributEingeführtVerwendungWirkung
(kein Attribut / Dofollow)StandardRedaktionelle Links, die du aktiv empfiehlstÜberträgt volle Linkstärke
rel="nofollow"Januar 2005Links, die du nicht aktiv unterstützen willstHinweis seit 2019, Link wird in der Regel nicht gewertet
rel="sponsored"September 2019Bezahlte Links, Werbung, Sponsoring, Affiliate-LinksHinweis, kennzeichnet kommerzielle Verlinkung
rel="ugc"September 2019Nutzergenerierte Inhalte (Kommentare, Foren, Gästebücher)Hinweis, kennzeichnet unkontrollierte Verlinkung

Die Attribute lassen sich kombinieren. Ein bezahlter Link in einem Kommentarbereich kann rel="ugc sponsored" tragen. Google empfiehlt rel="sponsored" als bevorzugte Kennzeichnung für bezahlte Links, auch wenn rel="nofollow" weiterhin akzeptiert wird.

Googles offizielle Empfehlung: Sponsored für bezahlte Platzierungen verwenden, UGC für nutzergenerierte Inhalte, Nofollow für alle übrigen Fälle, in denen keine Empfehlung ausgesprochen werden soll.

Wie funktioniert Nofollow technisch?

Drei Implementierungswege stehen zur Verfügung, die sich in ihrer Reichweite unterscheiden. Vom einzelnen Link bis zur gesamten Seite bietet jede Methode unterschiedliche Kontrolle.

Das Attribut wird direkt im <a>-Tag gesetzt und betrifft nur diesen einzelnen Link. Alle anderen Links auf derselben Seite bleiben davon unberührt.

<a href="https://example.com" rel="nofollow">Linktext</a>

Seiten-Ebene: Meta-Robots-Tag

Ein Meta-Tag im <head>-Bereich der Seite betrifft alle ausgehenden Links auf dieser Seite gleichzeitig. Seit September 2019 behandelt Google auch dieses Signal als Hinweis, nicht als strikte Anweisung.

<meta name="robots" content="nofollow">

Server-Ebene: X-Robots-Tag

Der HTTP-Header X-Robots-Tag: nofollow funktioniert wie das Meta-Tag, eignet sich aber auch für Nicht-HTML-Ressourcen wie PDFs, Bilder oder Videos, die keinen <head>-Bereich haben. Die Konfiguration erfolgt auf Serverebene (Apache, Nginx).

Der Unterschied in der Praxis: Link-Level-Nofollow gibt die feinste Kontrolle, das Meta-Tag erfasst alle Links einer Seite pauschal, der HTTP-Header deckt auch Nicht-HTML-Formate ab. Google empfiehlt, Meta-Tag und X-Robots-Tag nicht gleichzeitig auf derselben Ressource einzusetzen, um widersprüchliche Signale zu vermeiden.

Was hat sich 2019 bei Nofollow geändert?

Am 10. September 2019 veröffentlichte Google den Blogpost “Evolving nofollow - new ways to identify the nature of links” und kündigte drei Änderungen an, die das bisherige Nofollow-Modell grundlegend veränderten.

Die erste Änderung betrifft die Verbindlichkeit. Vor September 2019 war Nofollow eine strikte Anweisung: Google ignorierte diese Links für Ranking-Zwecke vollständig. Seit September 2019 behandelt Google Nofollow als Hinweis für Ranking-Signale. Google kann den Hinweis berücksichtigen, muss es aber nicht.

Die zweite Änderung betrifft das Crawling und die Indexierung. Seit dem 1. März 2020 behandelt Google Nofollow auch für Crawling- und Indexierungsentscheidungen als Hinweis. Das bedeutet: Google kann Nofollow-Links folgen und die Zielseiten indexieren, wenn andere Signale dafür sprechen.

Die dritte Änderung betrifft die Differenzierung. Die neuen Attribute rel="sponsored" und rel="ugc" ermöglichen es Website-Betreibern, den Grund für die Einschränkung zu spezifizieren. Google gewinnt dadurch zusätzlichen Kontext über die Natur der Verlinkung.

Google formulierte die neue Philosophie: “All the link attributes - sponsored, ugc, and nofollow - are treated as hints about which links to consider or exclude within Search.”

Wann sollte welches Attribut verwendet werden?

Die Wahl des richtigen Attributs hängt vom Kontext der Verlinkung ab. Sechs Szenarien decken die häufigsten Anwendungsfälle ab:

  • Bezahlte Links und Werbung: rel="sponsored" ist Googles bevorzugte Kennzeichnung. Die Nichtauszeichnung bezahlter Links verstösst gegen Googles Richtlinien und kann zu manuellen Massnahmen führen.
  • Affiliate-Links: rel="sponsored" oder rel="nofollow". Beide Varianten sind akzeptabel.
  • Kommentare und Foren: rel="ugc" für alle Bereiche, in denen Nutzer Links setzen können. Google empfiehlt, das UGC-Attribut bei vertrauenswürdigen, etablierten Beiträgern zu entfernen.
  • Nicht vertrauenswürdige Quellen: rel="nofollow" für Links zu Seiten, für deren Qualität du nicht garantieren kannst.
  • Pressemitteilungen: rel="sponsored" oder rel="nofollow" für Links in kostenpflichtigen Distributionen.
  • Widget- und Embed-Links: rel="nofollow" für Links, die automatisch durch eingebettete Widgets generiert werden.

WordPress setzt seit Version 1.5 automatisch rel="nofollow" auf alle Links in nutzergenerierten Kommentaren.

Die Antwort hängt vom Zeitraum ab. Vor 2019 war die Antwort eindeutig: Nein. Nofollow-Links übertrugen keinen PageRank. Seit 2019 ist die Situation differenzierter.

Google behandelt Nofollow seit September 2019 als Hinweis. Das bedeutet: Google kann sich entscheiden, einen Nofollow-Link für Ranking-Signale zu berücksichtigen. In der Praxis übertragen Nofollow-Links in den meisten Fällen keinen messbaren PageRank. Einzelne Branchenstudien zeigen jedoch, dass ein kleiner Prozentsatz der Nofollow-Links Ranking-Effekte auslöst. Branchenstudien deuten darauf hin, dass ein kleiner Anteil der Nofollow-Links dennoch messbare Ranking-Effekte auslöst.

Für den strategischen Linkaufbau bedeutet das: Dofollow-Links bleiben die primäre Zielgrösse. Nofollow-Links von autoritativen Quellen (Fachmedien, Wikipedia, grosse Portale) haben aber einen eigenständigen Wert, der über den reinen PageRank hinausgeht: Sie generieren Referral-Traffic, stärken die Markenbekanntheit und können als Hinweis für Googles Algorithmen dienen.

Warum funktioniert PageRank-Sculpting nicht mehr?

PageRank-Sculpting war eine Praxis, bei der Website-Betreiber interne Links gezielt auf Nofollow setzten, um den PageRank-Fluss innerhalb der eigenen Website zu steuern. Links zu unwichtigen Seiten (Impressum, Datenschutz, Login) erhielten Nofollow, damit mehr PageRank zu den wichtigen Seiten floss.

Im Juni 2009 erklärte Matt Cutts auf der SMX Advanced, dass Google die Berechnung geändert hatte. Das alte Verhalten: Eine Seite mit 10 PageRank-Punkten und 10 Links (5 davon Nofollow) verteilte je 2 Punkte auf die 5 Dofollow-Links. Das neue Verhalten: Der PageRank wird auf alle 10 Links aufgeteilt, die Nofollow-Anteile “verdampfen” aber. Jeder Dofollow-Link erhält nur noch 1 Punkt statt 2.

Cutts empfahl stattdessen, PageRank frei durch die Website fliessen zu lassen und sich auf gute Inhalte und sinnvolle Seitenarchitektur zu konzentrieren. Diese Empfehlung gilt weiterhin: Interne Links sollten grundsätzlich nicht auf Nofollow gesetzt werden.

Wie behandeln andere Suchmaschinen Nofollow?

Google war nicht die einzige Suchmaschine, die Nofollow unterstützt, aber die Handhabung unterscheidet sich zwischen den Anbietern.

  • Bing: Behandelt Nofollow seit jeher als Hinweis, nicht als strikte Anweisung. Fabrice Canel (Bing Search Team) bestätigte, dass Bing eigenständig entscheidet, ob einem Nofollow-Link vertraut wird. Bing unterstützt seit 2019 auch rel="sponsored" und rel="ugc".
  • Yahoo: Folgte historisch Nofollow-Links trotz des Attributs und indexierte die Zielseiten, verwendete sie aber nicht für Ranking-Berechnungen.
  • Yandex: Unterstützt Nofollow, die genaue Handhabung ist weniger detailliert dokumentiert als bei Google oder Bing.

Wie sieht ein natürliches Nofollow-Dofollow-Verhältnis aus?

Ein gesundes Backlink-Profil enthält sowohl Dofollow- als auch Nofollow-Links. Branchendaten von Ahrefs zeigen, dass hochautoritative Websites typischerweise rund 90 Prozent Dofollow- und 10 Prozent Nofollow-Links aufweisen. Ein natürlicher Bereich liegt zwischen 60 und 90 Prozent Dofollow-Anteil.

Zwei Extremwerte sind Warnsignale: Ein Profil mit nahezu 100 Prozent Dofollow-Links deutet auf manipulativen Linkaufbau hin. SEO-Tools wie Semrush flaggen einen unnatürlich hohen Dofollow-Anteil als Spam-Indikator. Umgekehrt signalisiert ein übermässig hoher Nofollow-Anteil, dass die Domain kaum redaktionelle Empfehlungen von anderen Websites erhält.

Die Vertrauenswürdigkeits-Metriken von Majestic schliessen Nofollow-Links aus der Berechnung aus. Citation Flow und Trust Flow basieren ausschliesslich auf Dofollow-Verbindungen.

Vier Methoden stehen zur Verfügung, um den Nofollow-Status eines Links zu überprüfen:

  • Browser-Entwicklertools: Rechtsklick auf den Link, “Untersuchen” wählen und im HTML-Code nach rel="nofollow", rel="sponsored" oder rel="ugc" suchen.
  • Browser-Erweiterungen: Extensions wie “NoFollow” (Firefox, Opera) oder “DoFollow NoFollow Links Highlighter” (Chrome) markieren Nofollow-Links visuell direkt auf der Seite.
  • SEO-Tools: Ahrefs, Semrush und Moz zeigen in der Backlink-Analyse den Nofollow-Status jedes eingehenden Links. Screaming Frog identifiziert interne Nofollow-Links beim Crawling.
  • HTTP-Header: Der X-Robots-Tag lässt sich über die Browser-Entwicklertools (Netzwerk-Tab) oder den Befehl curl -I in der Kommandozeile prüfen.

Häufig gestellte Fragen zu Nofollow

Nein. Nofollow-Links von autoritativen Quellen generieren Referral-Traffic, stärken die Markenbekanntheit und senden Vertrauenssignale. Seit 2019 kann Google sie zudem als Hinweis für Ranking-Berechnungen heranziehen. Ein Nofollow-Link von Wikipedia oder einem grossen Nachrichtenportal hat einen messbaren Wert, auch wenn er keinen direkten PageRank überträgt.

Ja. Google verlangt die Kennzeichnung bezahlter Links mit rel="sponsored" oder rel="nofollow". Nicht gekennzeichnete bezahlte Links verstossen gegen Googles Richtlinien und können manuelle Massnahmen (Penalties) nach sich ziehen.

In der Regel nicht. Interne Nofollow-Links verhindern den freien PageRank-Fluss innerhalb der Website. Matt Cutts empfahl bereits 2009, PageRank frei durch die eigene Seite fliessen zu lassen. Ausnahmen können Login-Seiten oder interne Suchergebnisse sein, bei denen ein Crawling keinen Mehrwert bietet.

Setzt Wikipedia Nofollow ein?

Ja. Seit Januar 2007 tragen alle externen Links auf Wikipedia das Nofollow-Attribut. Jimbo Wales (Wikipedia-Mitbegründer) veranlasste die Änderung, nachdem SEO-Manipulationen über gezielt platzierte Wikipedia-Links bekannt wurden. Seit Google Nofollow als Hinweis behandelt, können Wikipedia-Links theoretisch einen Ranking-Beitrag leisten.

Ja. Attribute lassen sich im selben rel-Attribut kombinieren. rel="ugc sponsored" kennzeichnet einen bezahlten Link in nutzergenerierten Inhalten. rel="nofollow ugc" ist ebenfalls gültig, wobei Google rel="ugc" als präzisere Alternative zu Nofollow für Kommentare empfiehlt.

Google verliert Link-Signale, die zur Bewertung des Webs beitragen. In SEO-weniger-entwickelten Märkten ist genau dieses Verhalten einer der Gründe, warum Google Nofollow 2019 zum Hinweis herabgestuft hat. Für die eigene Website entsteht kein direkter Nachteil, aber die verlinkte Seite erhält keine Linkstärke, was die Bereitschaft anderer Websites zur gegenseitigen Verlinkung verringern kann.

Google nutzt algorithmische Muster zur Erkennung: plötzliche Anstiege thematisch unpassender Links, identische Ankertexte über viele Domains, Links aus bekannten Linknetzwerken und Muster, die auf Linkkauf hindeuten. Zusätzlich können manuelle Überprüfungen durch das Webspam-Team erfolgen.

André Schäfer

Geschrieben von

André Schäfer

Geschäftsführer & SEO-Stratege

André Schäfer (*1990, Kronach) ist Gründer der sagemedia GmbH in Bad Staffelstein. Ehemaliger E-Sportler (n!faculty, deutsches Nationalteam) und seit 2009 im SEO tätig. 2021 gewann er den deutschen SEO-Contest, 2022 Top-5 beim SommerSEO. Sein Fokus: datengetriebene SEO-Strategien mit der Organic-Ovation Methode.

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