Google My Business für Anwälte: Profil optimieren und Mandanten gewinnen

Google My Business für Anwälte optimieren

23. Februar 2026

Google My Business für Anwälte ist der schnellste Weg zu lokaler Sichtbarkeit – und trotzdem nutzen viele Kanzleien das kostenlose Google-Unternehmensprofil nicht oder nur halbherzig. Dabei entscheidet genau dieses Profil darüber, ob eine Kanzlei im Local Pack erscheint, wenn Rechtsuchende nach einem Anwalt in ihrer Nähe suchen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du dein Google-Unternehmensprofil als Anwalt einrichtest, optimierst und als dauerhaften Akquisekanal für neue Mandate nutzt.

Was ist das Google-Unternehmensprofil und warum brauchen Anwälte es?

Das Google-Unternehmensprofil (ehemals Google My Business) ist ein kostenloser Eintrag, über den Unternehmen ihre Präsenz in der Google-Suche und auf Google Maps steuern. Für Rechtsanwälte bedeutet das: Wenn jemand „Anwalt Familienrecht Nürnberg“ oder „Rechtsanwalt in meiner Nähe“ eingibt, zeigt Google zunächst das sogenannte Local Pack – drei hervorgehobene Kanzlei-Profile mit Bewertungen, Öffnungszeiten und Kontaktdaten.

Dieses Local Pack erscheint noch vor den organischen Suchergebnissen und erhält laut Studien über 40 % aller Klicks bei lokalen Suchanfragen. Kanzleien ohne optimiertes Google-Unternehmensprofil sind in diesem entscheidenden Bereich schlicht unsichtbar. Über 84 % aller Rechtsuchenden beginnen ihre Anwaltssuche mit einer lokalen Google-Anfrage – wer hier nicht erscheint, verliert potenzielle Mandanten an Kanzleien, die es tun.

Wie erstellen Rechtsanwälte ein Google-Unternehmensprofil?

Die Einrichtung eines Google-Unternehmensprofils erfolgt in vier Schritten, die insgesamt weniger als 30 Minuten beanspruchen – die Verifizierung durch Google kann allerdings einige Tage dauern.

  1. Google-Konto erstellen oder nutzen – Du benötigst ein Google-Konto, idealerweise eines, das der Kanzlei zugeordnet ist. Ein persönliches Gmail-Konto funktioniert ebenfalls, ist aber für die langfristige Verwaltung weniger geeignet.
  2. Unternehmensprofil anlegen – Unter business.google.com den Kanzleinamen eingeben und die passende Kategorie wählen. Für Rechtsanwälte ist „Rechtsanwalt“ die primäre Kategorie, ergänzt durch spezifische Kategorien wie „Fachanwalt für Familienrecht“ oder „Strafverteidiger“.
  3. Standort und Kontaktdaten eintragen – Die Kanzleiadresse, Telefonnummer und Website-URL eintragen. Diese Angaben müssen exakt mit den Daten auf der Kanzleiwebsite und in Branchenverzeichnissen übereinstimmen (NAP-Konsistenz).
  4. Profil verifizieren – Google sendet einen Bestätigungscode per Postkarte an die Kanzleiadresse. Erst nach erfolgreicher Verifizierung ist das Profil vollständig aktiv und in den Suchergebnissen sichtbar.

Welche Angaben gehören in das Google-Profil einer Kanzlei?

Ein vollständig ausgefülltes Google-Unternehmensprofil rankt deutlich besser als ein lückenhaftes – Google bewertet die Vollständigkeit als direkten Ranking-Faktor für das Local Pack. Die folgenden Angaben sollte jede Kanzlei sorgfältig pflegen.

Profilbereich Empfehlung für Kanzleien Ranking-Einfluss
Kanzleiname Offizieller Name, optional mit Fachrichtung (z. B. „Kanzlei Müller – Fachanwälte für Arbeitsrecht“) Hoch
Kategorien Primärkategorie „Rechtsanwalt“ + bis zu 9 Nebenkategorien für Rechtsgebiete Sehr hoch
Beschreibung 750 Zeichen mit Rechtsgebieten, Standort, Alleinstellungsmerkmalen und Zielgruppe Mittel
Öffnungszeiten Reguläre Sprechzeiten + Sonderöffnungszeiten an Feiertagen pflegen Mittel
Fotos Kanzleilogo, Außenansicht, Innenräume, Teamfotos – mindestens 10 professionelle Bilder Hoch
Dienstleistungen Jedes Rechtsgebiet als eigene Dienstleistung mit Beschreibung anlegen Hoch
Terminbuchung Link zur Online-Terminvereinbarung hinterlegen (Calendly, Microsoft Bookings o. Ä.) Mittel (Conversion)

Die Beschreibung verdient besondere Aufmerksamkeit: Sie sollte die wichtigsten Rechtsgebiete, den Standort und die Zielgruppe in natürlicher Sprache enthalten. Formulierungen wie „Fachanwalt für Familienrecht in München mit über 20 Jahren Erfahrung in Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren“ sind ideal, weil sie sowohl für Google als auch für Rechtsuchende relevante Informationen liefern.

Wie beeinflussen Bewertungen die Sichtbarkeit von Anwälten bei Google?

Google-Bewertungen sind der stärkste Einzelfaktor für die Position im Local Pack – noch vor der Vollständigkeit des Profils oder der Nähe zum Suchenden. Kanzleien mit 20 oder mehr Bewertungen und einer Durchschnittsbewertung über 4,5 Sternen erscheinen signifikant häufiger in den Top-3-Positionen als solche mit wenigen oder keinen Bewertungen.

Die Anzahl der Bewertungen allein reicht allerdings nicht. Google bewertet auch die Aktualität (regelmäßig neue Rezensionen), die Antwortrate (reagiert die Kanzlei auf Bewertungen?) und die Relevanz der Bewertungstexte. Eine Bewertung, die „Herr Müller hat mein Sorgerechtsverfahren hervorragend betreut“ enthält, ist für Google wertvoller als ein bloßes „Super Anwalt“, weil sie Rechtsgebiet und konkrete Leistung benennt.

Drei Maßnahmen verbessern das Bewertungsprofil einer Kanzlei systematisch:

  1. Bewertungen aktiv einholen – Nach jedem erfolgreichen Mandatsabschluss den Mandanten persönlich um eine Google-Bewertung bitten. Ein direkter Link zum Bewertungsformular senkt die Hürde erheblich.
  2. Auf jede Bewertung antworten – Positive Bewertungen mit einem persönlichen Dank beantworten, negative Bewertungen sachlich und professionell kommentieren. Die Antwortrate signalisiert Google Aktivität und Engagement.
  3. Keine Bewertungen kaufen oder fingieren – Google erkennt Fake-Bewertungen zuverlässig und bestraft sie mit Profil-Suspendierungen. Auch Anreize wie Rabatte oder Geschenke für Bewertungen verstoßen gegen die Google-Richtlinien.

Welche Beiträge sollten Kanzleien im Google-Unternehmensprofil veröffentlichen?

Google-Beiträge sind kurze Updates, die direkt im Unternehmensprofil erscheinen und die Aktivität einer Kanzlei signalisieren. Regelmäßig veröffentlichte Beiträge verbessern die Sichtbarkeit im Local Pack und geben Rechtsuchenden zusätzliche Gründe, die Kanzlei zu kontaktieren.

Bewährt haben sich vier Beitragsformate für Kanzleien: Kurzartikel zu aktuellen Rechtsänderungen (etwa „Neues Unterhaltsrecht 2025 – was sich für Eltern ändert“), Hinweise auf Fachveranstaltungen oder Vorträge, Erfolgsberichte in anonymisierter Form und saisonale Rechtstipps (etwa Kündigungsschutz zum Jahresende). Jeder Beitrag sollte zwischen 150 und 300 Wörtern umfassen, ein relevantes Bild enthalten und mit einer Handlungsaufforderung wie „Jetzt Erstgespräch vereinbaren“ enden.

Ein wöchentlicher Beitrag reicht aus, um Google kontinuierliche Aktivität zu signalisieren. Kanzleien, die regelmäßig Beiträge veröffentlichen, verzeichnen im Durchschnitt eine um 34 % höhere Conversion-Rate bei Profilbesuchern als solche ohne Beitragsaktivität.

Wie optimieren Anwälte ihre lokale Sichtbarkeit über Google Maps?

Die lokale Sichtbarkeit einer Kanzlei bei Google Maps hängt von drei Faktoren ab: Relevanz (passt das Profil zur Suchanfrage?), Entfernung (wie nah ist die Kanzlei am Standort des Suchenden?) und Bekanntheit (wie prominent ist die Kanzlei im Web insgesamt?).

Auf die Entfernung hat eine Kanzlei keinen Einfluss – auf Relevanz und Bekanntheit dagegen sehr wohl. Die Relevanz steigt durch ein vollständig ausgefülltes Profil mit den richtigen Kategorien und Dienstleistungen. Die Bekanntheit (Prominence) wird durch externe Faktoren bestimmt: Einträge in Anwaltsverzeichnissen wie anwalt.de und advocado, Nennungen in lokalen Medien, konsistente NAP-Daten (Name, Adresse, Telefonnummer) auf allen Plattformen und die Anzahl qualitativ hochwertiger Backlinks zur Kanzleiwebsite.

NAP-Konsistenz verdient besondere Beachtung: Wenn die Telefonnummer auf der Website „0911 12345678″ lautet, im Google-Profil aber „+49 911 12345678″ steht und auf anwalt.de „0911/123 456 78″ angegeben ist, wertet Google das als drei verschiedene Nummern. Die exakte Schreibweise muss überall identisch sein – inklusive Leerzeichen und Trennzeichen.

Welche Fehler machen Kanzleien bei Google My Business?

Die häufigsten Fehler beim Google-Unternehmensprofil für Anwälte lassen sich in drei Kategorien einteilen: unvollständige Einrichtung, mangelnde Pflege und technische Inkonsistenzen.

  1. Profil nicht verifiziert oder unvollständig – Ein unverifiziertes Profil erscheint nicht im Local Pack. Ein lückenhaftes Profil ohne Beschreibung, Fotos oder Dienstleistungen rankt deutlich schlechter als ein vollständig gepflegtes.
  2. Inkonsistente NAP-Daten – Unterschiedliche Schreibweisen von Name, Adresse oder Telefonnummer auf verschiedenen Plattformen verwirren Google und schwächen die lokale Rankingposition.
  3. Bewertungen ignorieren – Unbeantwortete Bewertungen – besonders negative – signalisieren Google und potenziellen Mandanten mangelndes Engagement. Kanzleien mit einer Antwortrate unter 50 % ranken messbar schlechter.
  4. Zu viele oder falsche Kategorien – Google erlaubt bis zu zehn Kategorien, aber jede sollte ein tatsächlich angebotenes Rechtsgebiet widerspiegeln. Die Kategorie „Notar“ zu wählen, obwohl die Kanzlei keine Notardienstleistungen anbietet, kann zu einer Profil-Suspendierung führen.
  5. Keine regelmäßigen Beiträge – Ein Profil ohne Beitragsaktivität seit Monaten signalisiert Google Inaktivität. Bereits ein Beitrag pro Woche reicht, um dieses Signal zu vermeiden.

Lohnt sich ein eigenes Profil für jeden Anwalt einer Kanzlei?

Ja, bei Kanzleien mit mehreren Anwälten kann ein separates Google-Unternehmensprofil für jeden einzelnen Rechtsanwalt die Sichtbarkeit erheblich steigern. Der Grund: Google zeigt im Local Pack sowohl Kanzlei-Profile als auch Einzelanwalt-Profile an. Eine Kanzlei mit drei Anwälten kann so theoretisch mit vier Profilen (Kanzlei + drei Anwälte) in den Suchergebnissen erscheinen.

Voraussetzung dafür ist, dass jeder Anwalt tatsächlich unter eigenem Namen als Rechtsanwalt tätig ist und die Profile unterschiedliche Schwerpunkte betonen. Das Kanzlei-Profil deckt das Gesamtangebot ab, während die Einzelprofile sich auf die jeweiligen Rechtsgebiete konzentrieren – etwa „Anna Müller – Fachanwältin für Familienrecht“ und „Thomas Schmidt – Fachanwalt für Arbeitsrecht“.

Wichtig: Alle Profile müssen dieselbe Kanzleiadresse verwenden und eigenständig gepflegt werden. Identische Beschreibungen oder kopierte Inhalte zwischen den Profilen erkennt Google als Duplikate und kann einzelne Profile abwerten oder sperren.

Google My Business für Anwälte: So setzt du die Optimierung um

Die Optimierung des Google-Unternehmensprofils ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess. Kanzleien, die ihr Profil systematisch pflegen, verzeichnen erfahrungsgemäß nach zwei bis drei Monaten einen spürbaren Anstieg der Profilaufrufe und Kontaktanfragen von neuen Mandanten über Google.

Der effektivste Einstieg folgt einer klaren Reihenfolge: Zuerst das Profil vollständig einrichten und verifizieren, dann professionelle Fotos hochladen und die Beschreibung optimieren. Im zweiten Schritt systematisch Bewertungen sammeln und wöchentlich einen Beitrag veröffentlichen. Parallel dazu die NAP-Konsistenz auf allen Plattformen sicherstellen.

sagemedia unterstützt Kanzleien bei der vollständigen Optimierung ihres Google-Unternehmensprofils als Teil einer branchenexklusiven lokalen SEO-Strategie für Anwälte. Wenn du wissen möchtest, wie dein Profil aktuell performt und welches Potenzial noch ungenutzt ist, vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.

André Schäfer

André Schäfer ist Geschäftsführer von sagemedia GmbH und entwickelte die Organic-Ovation Methode zur Suchmaschinenoptimierung. Mit dieser Methode gewann er 2021 den SEO-Contest um das Keyword „Contentbär“. Seit 2008 optimiert André Unternehmenswebsites für Google-Sichtbarkeit und erreicht für Kunden nachweisbare Top-10-Rankings in umkämpften Branchen.

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