Google Trends: Das kostenlose Tool für Suchtrend-Analyse und Keyword-Recherche

Google Trends Anleitung SEO

22. Dezember 2025

Das Wichtigste in Kürze

  • Google Trends ist ein kostenloser Google-Dienst, der das relative Suchinteresse für Keywords auf einer Skala von 0–100 visualisiert – mit Daten ab Januar 2004.
  • Unterschied zum Keyword Planner: Trends zeigt relative Popularität ohne Anmeldung, der Keyword Planner liefert absolute Suchvolumen (erfordert Google Ads-Konto).
  • Kernfunktionen: Keyword-Vergleich (bis zu 5 Begriffe), regionale Analyse, Echtzeit-Trends und Identifikation von „Breakout“-Keywords mit über 5.000% Suchanstieg.
  • SEO-Anwendung: Saisonale Content-Planung, Keyword-Recherche über „Ähnliche Suchanfragen“ und Local-SEO-Targeting nach Bundesländern/Städten.
  • Limitierungen: Keine absoluten Suchzahlen, Ausblendung von Nischen-Keywords unter der Sichtbarkeitsschwelle und nachträgliche Anpassung historischer Daten.

Was ist Google Trends und welche Daten liefert das Tool?

Google Trends ist ein kostenloser Onlinedienst von Google, der das Suchinteresse für beliebige Begriffe im zeitlichen Verlauf analysiert und auf einer relativen Skala von 0 bis 100 darstellt. Der Wert 100 markiert den Höhepunkt des Suchinteresses im gewählten Zeitraum, während 0 bedeutet, dass nicht genügend Daten vorliegen. Die Datenbasis reicht bis Januar 2004 zurück und ermöglicht langfristige Trendanalysen über mehr als 20 Jahre.

Das Tool wurde am 10. Mai 2006 auf dem zweiten Google Press Day veröffentlicht, according to Google. Seitdem hat es sich zu einem festen Bestandteil der SEO- und Marketing-Toolbox entwickelt. Im Jahr 2012 integrierte Google die Funktionen von Google Insights for Search, wodurch der Funktionsumfang deutlich erweitert wurde. Ein weiteres Update im Jahr 2015 brachte die Echtzeitsuche sowie die Integration von Daten aus YouTube und Google News.

Die Skalierung der Werte funktioniert nach einem Normalisierungsprinzip. Google teilt jeden Datenpunkt durch die Gesamtzahl der Suchanfragen im entsprechenden geografischen Bereich und Zeitraum. Das Ergebnis zeigt die relative Nachfrage – nicht die absolute Anzahl der Suchanfragen. Ein Wert von 50 bedeutet demnach, dass der Begriff halb so populär war wie zum Zeitpunkt des Höchstwerts 100.

Die Datengrundlage von Google Trends basiert auf anonymisierten Stichproben echter Suchanfragen. Diese Stichproben-Methodik ermöglicht eine schnelle Datenverarbeitung, da täglich Milliarden von Suchanfragen bei Google eingehen. Die Ergebnisse werden nach Themen kategorisiert und gruppiert, um das regionale und globale Suchinteresse abzubilden. Google weist darauf hin, dass die Daten keine wissenschaftliche Umfrage darstellen und als ein Datenpunkt unter vielen betrachtet werden sollten.

Neben Google Trends bietet Google mit dem Keyword Planner ein weiteres Tool für die Suchanalyse an. Beide Tools liefern unterschiedliche Datentypen und erfüllen verschiedene Funktionen in der Keyword-Recherche.

Wie unterscheidet sich Google Trends vom Google Keyword Planner?

Der Hauptunterschied zwischen Google Trends und dem Keyword Planner liegt in der Datenart: Trends zeigt relative Popularität auf einer Skala von 0–100, der Keyword Planner liefert absolute monatliche Suchvolumen. Trends identifiziert Saisonalität und aufkommende Themen, der Keyword Planner ermöglicht konkrete Traffic-Schätzungen für die Kampagnenplanung. Beide Tools ergänzen sich in der Keyword-Recherche.

Kriterium Google Trends Google Keyword Planner
Datenart Relative Popularität (0–100) Absolute monatliche Suchvolumen
Zugänglichkeit Ohne Anmeldung nutzbar Google Ads-Konto erforderlich
Zeitraum Letzte Stunde bis 2004 Letzte 12 Monate (Durchschnitt)
Präzision Alle Daten ohne Einschränkung Präzise nur mit aktivem Werbebudget
Stärke Saisonalität, Trends, Vergleiche Traffic-Prognosen, Budget-Kalkulation

Diese Grafik zeigt den Unterschied zwischen Google Trends und dem Google Keyword Planner anhand desselben Keywords.

Der Unterschied von Google Trends und Keyword Planer

Google Trends normalisiert alle Werte auf einer Skala von 0 bis 100 und setzt sie in Relation zum Gesamtsuchvolumen des gewählten Zeitraums. Der Keyword Planner hingegen zeigt geschätzte monatliche Suchanfragen in absoluten Zahlen – allerdings nur in Bandbreiten, sofern kein aktives Werbekonto vorhanden ist.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Zugänglichkeit. Google Trends ist ohne Anmeldung vollständig nutzbar und zeigt alle Daten ohne Einschränkungen an. Der Keyword Planner erfordert ein Google Ads-Konto und zeigt präzise Suchvolumen nur für Konten mit aktiven Werbeausgaben. Ohne Werbebudget erscheinen Suchvolumen in groben Bandbreiten wie „1.000 – 10.000″.

Die zeitliche Auflösung unterscheidet sich ebenfalls. Google Trends zeigt Daten ab der letzten Stunde bis 2004, der Keyword Planner liefert monatliche Durchschnittswerte der letzten 12 Monate. Für aktuelle Trend-Analysen und saisonale Muster eignet sich Google Trends, für Jahresplanung und Budget-Kalkulationen der Keyword Planner.

Diese unterschiedliche Datenlogik macht eine Kombination beider Tools sinnvoll. SEO-Experten nutzen Google Trends, um aufkommende Themen und saisonale Muster zu erkennen. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich anschließend im Keyword Planner konkrete Keywords mit Suchvolumen und Wettbewerbsniveau validieren. Ein Beispiel: Zeigt Google Trends einen Anstieg für „nachhaltige Mode“, kann der Keyword Planner die monatlichen Suchanfragen für „nachhaltige Mode kaufen“ oder „Eco Fashion Online Shop“ liefern.

Um diese Trend-Daten abzurufen, stellt Google Trends verschiedene Funktionsbereiche bereit. Die wichtigste Anlaufstelle für SEO- und Marketing-Anwendungen ist die „Entdecken“-Seite mit ihren umfangreichen Filteroptionen.

Welche Funktionen bietet die „Entdecken“-Seite in Google Trends?

Die Funktionen der Entdecken-Seite in Google Trends umfassen die folgenden 4 Bereiche.

  • Keyword-Analyse: Gleichzeitige Analyse von bis zu 5 Suchbegriffen mit Liniendiagramm-Darstellung
  • Filteroptionen: Eingrenzung nach Region, Zeitraum (letzte Stunde bis 2004), Kategorie und Suchtyp (Web, YouTube, News, Bilder, Shopping)
  • Regionale Verteilungskarte: Farblich abgestufte Darstellung des Suchinteresses nach Ländern, Bundesländern und Städten
  • Verwandte Suchanfragen: Anzeige ähnlicher Begriffe mit Kennzeichnung von „Breakout“-Keywords (über 5.000 Prozent Suchanstieg)

Diese Abbildung zeigt die Entdecken-Seite von Google Trends mit allen Funktionsbereichen.

Entdecken-Funktion in Google Trends

Die Filteroptionen der Entdecken-Seite gliedern sich in 4 Bereiche.

  • Regionen-Filter: Auswahl zwischen weltweit, einzelnen Ländern, Bundesländern und Städten
  • Zeitraum-Filter: Optionen von „Letzte Stunde“ über „Letzte 7 Tage“ bis „2004 bis heute“
  • Kategorien-Filter: Über 25 Themengebiete wie „Haus & Garten“, „Auto & Fahrzeuge“ oder „Gesundheit“
  • Suchtyp-Filter: Unterscheidung zwischen Websuche, Bildersuche, News-Suche, YouTube-Suche und Google Shopping

Die Kategorisierung löst ein häufiges Problem bei mehrdeutigen Begriffen. Das Keyword „Verkleidung“ liefert unterschiedliche Ergebnisse je nach Kategorie.

  • Auto & Fahrzeuge: Motorradverkleidungen
  • Haus & Garten: Wandverkleidungen
  • Hobby & Freizeitbeschäftigung: Kostüme

Diese Grafik zeigt, wie dasselbe Keyword in verschiedenen Kategorien unterschiedliche Ergebnisse liefert.

Kategorien in Google Trends

Die Eingrenzung auf die relevante Kategorie verbessert die Datenqualität erheblich.

Unterhalb des Hauptdiagramms zeigt Google Trends zwei weitere Datenbereiche: „Verwandte Themen“ und „Ähnliche Suchanfragen“. Diese Bereiche lassen sich zwischen den Ansichten „top“ (etablierte Begriffe) und „zunehmend“ (aktuelle Trendveränderungen) umschalten. Als „Breakout“ gekennzeichnete Begriffe verzeichnen einen Suchanstieg von über 5.000 Prozent – ein Indikator für neu aufkommende Keywords mit niedrigem Wettbewerb.

Ein Klick auf einen verwandten Begriff öffnet 3 Optionen.

  • Den Begriff direkt in Google Trends erkunden
  • Ihn als Vergleichskeyword hinzufügen
  • Zur Google-Suche wechseln

Diese Funktionalität ermöglicht eine effiziente Navigation zwischen verwandten Themen ohne manuelles Neuladen der Seite.

Während die Entdecken-Funktion historische und langfristige Daten analysiert, bietet Google Trends mit „Aktuelle Trends“ einen Bereich für Echtzeit-Suchinteresse und nachrichtenbezogene Suchanfragen.

Wie nutzt man „Aktuelle Trends“ für Echtzeit-Themenrecherche?

Die Nutzung der Aktuelle-Trends-Seite erfolgt in 3 Schritten: Filter setzen (Zeitraum, Trendstatus, Sortierung), relevante Trends identifizieren und verknüpfte Nachrichtenartikel für Kontext prüfen. Die Daten werden alle 10 Minuten aktualisiert according to Google. Filteroptionen umfassen Zeiträume von 4 Stunden bis 7 Tage sowie Sortierung nach Relevanz, Datum oder Suchvolumen.

Diese Abbildung zeigt die Aktuelle-Trends-Seite mit Echtzeit-Suchanfragen und verknüpften Nachrichtenartikeln.

Aktuelle Trends in Google Trends

Im Gegensatz zur Entdecken-Funktion bildet die Aktuelle-Trends-Seite ausschließlich nachrichtenbezogene Suchanfragen ab. Jeder angezeigte Trend enthält einen aufgeschlüsselten Traffic-Verlauf mit prozentualem Wachstum im Vergleich zum prognostizierten Basiswert. Die Funktion zeigt zudem verknüpfte Nachrichtenartikel an, um den Kontext des Trends zu verdeutlichen.

Die Sortieroptionen beeinflussen die angezeigten Ergebnisse erheblich.

  • Nach Relevanz (Standard): Priorisiert wichtige und aktuelle Trends
  • Nach Suchvolumen: Zeigt die meistgesuchten Begriffe, unabhängig von ihrer Aktualität
  • Nach aktuellstem Datum: Listet die neuesten Trends zuerst

Für News-Redaktionen eignet sich die Kombination aus kurzem Zeitraum (4 Stunden) und Sortierung nach Relevanz.

Diese Echtzeit-Daten eignen sich besonders für Content-Ersteller, die tagesaktuelle Themen aufgreifen möchten. Nachrichtenportale, Blogs mit News-Fokus und Social-Media-Manager nutzen die Aktuelle-Trends-Seite, um relevante Themen frühzeitig zu identifizieren. Die Integration der Daten in Content-Strategien erfolgt über Google News, Newsletter oder Social-Media-Plattformen, um Traffic aus dem aktuellen Suchinteresse zu generieren.

Ein Praxisbeispiel: Ein Blog zum Thema Finanzen filtert die aktuellen Trends auf die Kategorie „Wirtschaft & Finanzen“. Erscheint dort ein Trend zu „EZB Zinsentscheidung“, signalisiert das hohes aktuelles Suchinteresse. Ein schnell veröffentlichter Artikel zu diesem Thema kann von der erhöhten Nachfrage profitieren, sofern er innerhalb des Trend-Zeitfensters indexiert wird.

Neben aktuellen Nachrichten-Trends zeigt Google Trends auch wiederkehrende Suchmuster über längere Zeiträume. Diese saisonalen Schwankungen liefern wertvolle Hinweise für die langfristige Content-Planung.

Wie erkennt man saisonale Schwankungen mit Google Trends?

Die Erkennung saisonaler Schwankungen erfolgt durch Auswahl des Zeitraum-Filters „2004 bis heute“, wodurch wiederkehrende Peaks im Liniendiagramm über 20+ Jahre sichtbar werden. Keywords wie „Sonnenschirm“ zeigen klare Spitzen zwischen April und August, „Weihnachtsgeschenke“ steigt ab Oktober und erreicht im Dezember den Höchstwert. Diese Muster ermöglichen gezieltes Content-Timing.

Der langfristige Betrachtungszeitraum trennt einmalige Ereignisse von echten saisonalen Zyklen. Ein Blick auf das Keyword „Heizkosten“ zeigt beispielsweise regelmäßige Anstiege zwischen September und Februar mit Peaks in den kältesten Monaten.

Weitere Beispiele für saisonale Keywords verdeutlichen das Muster.

Keyword Peak-Zeitraum
Steuererklärung März – Mai
Gartenmöbel Februar – Juni
Winterreifen September – November
Heizkosten September – Februar
Sonnenschirm April – August
Weihnachtsgeschenke Oktober – Dezember

Diese Grafik zeigt die wiederkehrenden saisonalen Peaks für das Keyword „Winterreifen“ über einen Zeitraum von 5 Jahren.

Google Trends Beispiel Winterreifen

Diese Muster wiederholen sich jährlich mit geringen Abweichungen und bilden eine zuverlässige Planungsgrundlage für Content-Kalender.

Die Unterscheidung zwischen Saisonalität und einmaligen Ereignissen erfordert den langfristigen Vergleich. Ein Peak im Jahr 2020 für „Homeoffice“ war kein saisonales Muster, sondern ein einmaliges Ereignis durch die Pandemie. Echte Saisonalität zeigt sich durch wiederkehrende Muster über mindestens 3 bis 5 Jahre.

Für die Content-Planung bedeuten diese Daten konkrete Handlungsempfehlungen. Saisonale Inhalte sollten 4 bis 8 Wochen vor dem erwarteten Peak veröffentlicht werden, um Zeit für Indexierung und Ranking-Aufbau zu haben. Ein Artikel über Poolpflege performt im Februar besser als im Juli, da Suchmaschinen Zeit benötigen, um neue Inhalte zu bewerten und zu ranken.

Über die Analyse von Saisonalität hinaus unterstützt Google Trends die Identifikation neuer Keywords. Die Bereiche „Verwandte Themen“ und „Ähnliche Suchanfragen“ liefern konkrete Keyword-Ideen mit Wachstumspotenzial.

Wie findet man mit Google Trends relevante Keywords für SEO?

Die Keyword-Recherche mit Google Trends funktioniert durch Eingabe eines Seed-Keywords, Analyse der „Ähnlichen Suchanfragen“ und Identifikation von „Breakout“-Begriffen mit über 5.000 Prozent Suchanstieg according to Google. Diese Breakout-Keywords haben niedrigen Wettbewerb, da sie erst kürzlich an Popularität gewonnen haben. Die Ansicht „zunehmend“ zeigt aktuelle Trendrichtungen, „top“ listet etablierte Begriffe.

Diese Abbildung zeigt den Bereich „Ähnliche Suchanfragen“ mit Breakout-Kennzeichnungen.

Ausreißer in Google Trends

Der Workflow für die Keyword-Recherche mit Google Trends beginnt mit der Eingabe eines Seed-Keywords in der Entdecken-Funktion. Nach Auswahl des passenden Landes und Zeitraums scrollt der Nutzer zum Bereich „Ähnliche Suchanfragen“. Dort erscheinen verwandte Begriffe mit Prozentangaben zum Wachstum oder der Kennzeichnung „Breakout“ für besonders starke Anstiege.

Ein Beispiel verdeutlicht den Workflow: Die Eingabe des Seed-Keywords „Elektroauto“ in Google Trends liefert verwandte Suchanfragen wie „Elektroauto Förderung 2025″, „Elektroauto Reichweite Vergleich“ oder „Elektroauto laden Kosten“. Jeder dieser Begriffe zeigt prozentuales Wachstum im gewählten Zeitraum an. Begriffe mit Wachstumsraten über 100 Prozent signalisieren steigendes Interesse und potenzielle Content-Chancen.

Diese Methodik unterscheidet zwischen Suchbegriffen und Themen. Die Auswahl „Thema“ statt „Suchbegriff“ in der Dropdown-Liste erfasst automatisch Varianten, Synonyme und verwandte Formulierungen. Das Thema „Suchmaschinenoptimierung“ beinhaltet beispielsweise auch Suchanfragen zu „SEO“, „Suchmaschinen Ranking“ und „Google Optimierung“ – und liefert damit realistischere Vergleichsdaten als die exakte Wort-für-Wort-Analyse.

Die Integration in den Gesamt-Workflow der Keyword-Recherche erfolgt in Kombination mit anderen Tools. Google Trends identifiziert vielversprechende Themen und Trends, anschließend liefert der Keyword Planner oder ein Tool wie Ahrefs, SISTRIX oder Semrush die konkreten Suchvolumen und Wettbewerbsdaten für die finale Keyword-Auswahl.

Die Keyword-Recherche mit Google Trends lässt sich durch regionale Daten weiter verfeinern. Das Tool zeigt Suchinteresse auf Länder-, Bundesland- und Stadtebene an – eine wertvolle Datenquelle für Local SEO.

Wie nutzt man die regionale Analyse für Local SEO?

Die regionale Analyse für Local SEO funktioniert durch Auswahl des Ziel-Keywords, Aktivierung der Option „Regionen mit geringen Suchvolumen einschließen“ und Identifikation von Bundesländern/Städten mit hohem Suchinteresse auf der farblich abgestuften Karte. Dunklere Farbtöne signalisieren höheres Interesse. Diese Daten ermöglichen gezieltes Targeting für lokale Landingpages und Google Ads-Kampagnen.

Die Aktivierung der Option „Regionen mit geringen Suchvolumen einschließen“ erweitert die Datenbasis um weniger frequentierte Gebiete. Ohne diese Einstellung blendet Google Trends Regionen aus, deren Suchvolumen unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts liegt. Für Local-SEO-Analysen kleinerer Städte oder ländlicher Regionen ist diese Option daher relevant.

Die regionale Verteilung offenbart oft überraschende Unterschiede. Das Keyword „Schlüsseldienst“ zeigt beispielsweise unterschiedliche Nachfrage je nach Bundesland. Diese Daten helfen lokalen Dienstleistern, Regionen mit hoher Nachfrage und möglicherweise geringem Wettbewerb zu identifizieren. Die Kombination aus hohem Suchinteresse und niedrigem lokalem Wettbewerb markiert attraktive Marktchancen.

Die DACH-Region bietet besondere Möglichkeiten für grenzüberschreitende Analysen. Ein deutsches Unternehmen kann das Suchinteresse für seine Keywords in Österreich und der Schweiz prüfen, um Expansionspotenziale zu bewerten. Unterschiedliche Schreibweisen und Begriffe zwischen den Ländern lassen sich durch parallele Trends-Analysen identifizieren.

Die regionale Analyse unterstützt verschiedene Marketing-Entscheidungen. Ein Dienstleister für Photovoltaik-Anlagen erkennt beispielsweise, dass das Suchinteresse für „Solaranlage Förderung“ in Bayern höher liegt als in anderen Bundesländern. Diese Erkenntnis beeinflusst sowohl die Content-Strategie (lokale Landingpages für Bayern) als auch das Ads-Budget (höhere Gebote für bayrische Regionen).

Trotz der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten hat Google Trends klare Grenzen. Das Verständnis dieser Limitierungen ist entscheidend für die korrekte Interpretation der Daten.

Welche Limitierungen hat Google Trends?

Die Limitierungen von Google Trends umfassen die folgenden 3 Faktoren.

  • Relative statt absolute Daten: Google Trends zeigt keine absoluten Suchzahlen, sondern nur relative Popularität auf einer Skala von 0–100
  • Ausblendung von Nischen-Keywords: Begriffe mit sehr geringem Suchvolumen erscheinen mit dem Wert 0, obwohl sie tatsächlich gesucht werden
  • Nachträgliche Datenanpassung: Historische Datenpunkte werden aktualisiert, wenn sich die Stichproben-Zusammensetzung ändert

Die erste Limitierung betrifft die Datenart. Zwei Regionen mit identischem Trends-Wert können völlig unterschiedliche tatsächliche Suchvolumen aufweisen. Für konkrete Traffic-Prognosen ist daher der Abgleich mit dem Keyword Planner oder anderen Tools wie SISTRIX, Ahrefs oder Semrush erforderlich.

Die zweite Limitierung betrifft die Sichtbarkeitsschwelle. Die Schwelle, ab der Google Trends Daten anzeigt, ist nicht öffentlich dokumentiert. Für spezialisierte B2B-Keywords oder sehr spezifische Longtail-Begriffe liefert das Tool daher oft keine verwertbaren Ergebnisse.

Die dritte Limitierung betrifft die Vergleichbarkeit über Zeit. Ein Diagramm, das heute erstellt wird, kann von einem Diagramm abweichen, das vor Monaten für denselben Zeitraum erstellt wurde. Für wissenschaftliche Analysen oder langfristige Reports empfiehlt sich der Export der Rohdaten zum Zeitpunkt der Analyse.

Google filtert bestimmte Suchanfragen aus den Daten heraus.

  • Suchanfragen von sehr wenigen Personen
  • Doppelte Suchanfragen derselben Person innerhalb kurzer Zeit
  • Suchanfragen mit Sonderzeichen

Diese Filterung verbessert die Datenqualität, bedeutet aber auch, dass bestimmte Nischen-Themen nicht abgebildet werden.

Um diese Limitierungen zu umgehen, bietet Google Trends eine Vergleichsfunktion an. Der direkte Vergleich mehrerer Begriffe macht relative Unterschiede sichtbar, auch wenn absolute Zahlen fehlen.

Wie vergleicht man mehrere Keywords effektiv in Google Trends?

Der Keyword-Vergleich funktioniert durch Klick auf „+ Vergleichen“ in der Entdecken-Funktion, Eingabe von bis zu 5 Begriffen und Auswahl der Option „Thema“ statt „Suchbegriff“ für automatische Erfassung von Varianten und Synonymen. Alle Werte werden relativ zum populärsten Begriff skaliert – Wert 100 markiert den Spitzenreiter, Wert 50 bedeutet halb so viel Suchinteresse. Nach Eingabe mehrerer Begriffe zeigt das Liniendiagramm farblich unterschiedene Kurven für jeden Begriff an.

Ein praktisches Beispiel: Der Vergleich der Begriffe „SEO“, „SEA“ und „Content Marketing“ zeigt deren relative Popularität über Zeit. Das Ergebnis offenbart nicht nur, welcher Begriff häufiger gesucht wird, sondern auch saisonale Unterschiede und langfristige Trendentwicklungen. Steigt die Kurve für „Content Marketing“ während „SEA“ stagniert, deutet das auf eine Verschiebung des Interesses hin.

Für aussagekräftige Vergleiche gelten die folgenden 3 Best Practices.

  • Thematische Verwandtschaft: Nur thematisch verwandte Begriffe vergleichen – der Vergleich „iPhone“ vs. „Staubsauger“ liefert keine sinnvollen Erkenntnisse
  • Einheitliche Parameter: Dasselbe Land und denselben Zeitraum für alle Begriffe auswählen
  • Themen-Option nutzen: Die Themen-Option anstelle exakter Suchbegriffe verwenden, um Schreibvarianten und Synonyme automatisch einzubeziehen

Die Vergleichsfunktion eignet sich besonders für die folgenden 3 Anwendungsfälle.

  • Wettbewerber-Analyse: Vergleich von Marke A vs. Marke B
  • Keyword-Varianten: Bewertung von Langform vs. Kurzform
  • Markttrends: Identifikation aufkommender vs. etablierter Produkte

Die exportierten Daten im CSV-Format ermöglichen weiterführende Analysen in Excel oder Google Sheets.

André Schäfer

André Schäfer ist Geschäftsführer von sagemedia GmbH und entwickelte die Organic-Ovation Methode zur Suchmaschinenoptimierung. Mit dieser Methode gewann er 2021 den SEO-Contest um das Keyword „Contentbär“. Seit 2008 optimiert André Unternehmenswebsites für Google-Sichtbarkeit und erreicht für Kunden nachweisbare Top-10-Rankings in umkämpften Branchen.

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